Gestern erhielt ich eine wirklich nette E-Mail!

Hier wurde ich gebeten, mehr über mich zu erzählen. Gerne! In solchen Situationen sehe ich den Vorteil in einem Pseudonym! Ich kann einfach offen und ehrlich mit euch schreiben. Allerdings habe ich keine Ahnung wo ich loslegen soll, da es irgendwie so unglaublich viel gibt.

Mein Leben ist schon immer irgendwie seltsam geprägt. Ich erinnere mich an die eine Nacht im Jahre 1991. Damals war ich 9 Jahre, hatte aber schon hier einiges um die Ohren. Eine „normale“ Kindheit war hier sicher nicht im Spiel. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Wir hatten den Tag vorher frei…es war Sonntag…und spielten auf dem Balkon unserer 4 ZKB – Wohnung in einem Ort bei Augsburg. Es war Nacht, es müsste so gegen 3 Uhr gewesen sein, als ich wach wurde. Mein Papa schlief vor dem Fernseher immer ein, welcher bei ihm in Schlafzimmer stand. Meine Mama schlief im Wohnzimmer, nicht weil sie sich nicht mehr liebten, mehr bedingt aus der Situation der Krankheit. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr. Papa schlief…dachte ich…und drehte den Fernseher aus. Früher war es ja kein 24-Stunden-Vollprogramm. Ihr erinnert euch vielleicht noch an den Armeisen-Krieg der ab 22 Uhr zu sehen gewesen ist. Morgens, ich denke es war gegen acht Uhr, lief ich dann wieder zum Schlafzimmer um meinen Papa zu wecken. Hunger hatte ich ja auch, der mir allerdings schnell vergehen sollte. Ich öffnete die Türe und sah Unmengen von Blut. Sofort rief ich meinen Bruder, der 3 Jahre älter war. Wir versuchten das Telefonschloss aus der Wählscheibe zu bekommen und wählten den Notruf der Polizei. Irgendwann ist auch dann diese und ein Rettungswagen gekommen und konnten nur den Tod feststellen. Leberzirrhose! Er war kein Säufer! Ich denke er war krank! Gut, getrunken hat er gerne mal ein Bier, aber ich habe ihn nie betrunken erlebt. Er war ein guter Mensch!

23 Jahre später und es tut genauso weh wie damals…als alles irgendwie begann.

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Ein Kommentar…

…und 30 Nachrichten später! Ich habe es getan. 🙂 Ich habe diesen Blog öffentlich zu Schau gestellt und viele nette Kommentare und Bemerkungen erhalten. Hierfür meinen wirklich aufrichtigen Dank! Das bedeutet mir wirklich viel! Gerne könnt ihr mir hier auch Fragen stellen oder Kommentare hinterlassen.

27.10.2008…

…und plötzlich war alles anders!

Ich nenne es Schlüsselerlebnis! Es war am Abend des 27.10.2008, als ich für mich eine folgenschwere Entscheidung treffen musste. „Hast du die Kraft?“ oder „Wie weit soll das Spiel noch gehen!?“ waren die Gedanken der Stunde. Ich wollte nicht mehr…ich hatte einfach keine Kraft mehr und mein Wille war auch wie erloschen. Meine Frau ne Alkoholikerin und untreu, die Krankheit und ein schwindender Job. Was hatte ich noch!? Ja, ich hatte was! 4 Päckchen Schlaftabletten und die Lust alles hinter mir zu lassen. So fuhr ich an „meinen Ort“…mein kleines Reich um durchzuatmen. Ohne Handy und andere Einflüsse von außen. Ich mischte mir die Tabletten in eine angebrochene Flasche Wasser…doch dann lief dieser eine Song im Radio! Ich bin mir nicht ganz sicher ob es nicht aufgezeichnet oder live war…ich zeichnete das Nachtprogramm oft auf…lief einfach weniger Werbung…egal, jedenfalls spielte hier der Song, welchen ich mein Leben zu verdanken habe. Separate Lives, ein wunderbarer Song von Phil Collins! Wenn er nur wüsste was er getan hat…

Wieder ein Montag…

…der voller Schmerzen begann! Es war 02:13 Uhr als die Schmerzmittel nachgelassen haben und ich wieder hellwach gewesen bin. Ich müsste lügen, aber ich kann mich an keine Nacht erinnern, wo ich nicht irgendwann wach gelegen bin. Man gewöhnt sich dran! So fertig wie ich nun im Büro sitze, so voller Energie und Lebensmut bin ich dennoch…seltsam!

 

Habt einen schönen Tag!

 

S.

…der erste Abschied!

Hallo liebe Leser meines kleinen Blogs!

Ich habe lange überlegt ob ich diesen Schritt gehen soll. Dieses offene Projekt, welches ich „thefirstfarewell“ getauft habe, handelt um das Abschiednehmen und dem Wunsch, nicht alleine gehen zu müssen. Warum muss ich mir diese Gedanken machen? Gerne beantworte ich auch diese Frage! Ich bin Anfang 30 und lebe mit einer unheilbaren Krankheit, welche eine große Anzahl an inoperablen Tumoren hervorruft. Ich möchte hier kein Mitleid! Ich möchte euch nur zeigen wie schön das „Abschiednehmen“ sein kann und wie sehr ich trotz der Schmerzen und der Behinderung mein Leben liebe!