Gestern habe ich…

…eine eMail meines Freundes K. bekommen. Ich habe euch von ihm erzählt…ist der arme Kerl der sein Bein verloren hat. K. ist zwischenzeitlich auf REHA und kloppt sich nach oben. Selten habe ich mich so sehr über eine Mail gefreut! Ein Kämpfer der Kerl…

So, wie geht’s mir!? Gut! Ich kann zwar keinen Meter laufen, aber das wird! Nie zurück! 🙂 Ich habe allerdings auch viel Zeit nachzudenken und mein Leben umzugestalten…und das werde ich tun! Ich bin jetzt seit Samstag bei meiner Freundin…täglich werden die Gefühle inniger! So fühlt sich Liebe an! 🙂 Kennt ihr richtige Liebe?

Morgen geht’s zum Arzt…mal sehen was er spricht!

Bleibt gesund!
S.

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Seit Samstag…

…bin ich nun Zuhause und kämpfe mich langsam zurück ins Leben. Ich glaube ohne meine bezaubernde Freundin würde ich das alles nicht packen. Dennoch verfolgen mich die Eindrücke der letzten Wochen so sehr, dass das alles irgendwie in mir brodelt. Ich werde sehen ob ich dazu noch öffentlich was sagen werde, oder wie viel zu viele andere einfach schweige.

S.

Ich habe mir geschworen…

…hier nicht zu jammern. Momentan ist es nicht leicht den Schwur zu halten, aber ich kämpfe noch! Heute liege ich 13 Tage in diesem Bett, habe irrsinnige Schmerzen und keine Kontrolle über meine Beine. Gut, links kommt grad immer mehr…nur rechts…die Sau…der will nicht wie ich! Haben heute probiert auf Krücken zu stehen und etwas zu laufen. Es ist schon frustrierend…nicht einmal 3 Schritte habe ich geschafft…was mein persönliches Ziel gewesen wäre! Was soll ich sagen!? Ich fange mich wieder und kämpfe weiter.

Etwas positives gibt es heute zu berichten! Das freute mich heute so enorm, da hatte ich gleich Pipi in den Augen. K., ich schrieb bereits über ihn…er verlor durch wirklich tragischen Umständen sein Bein, durfte heute das Kramkenhaus verlassen! Nach 5!!! Monaten! Wahnsinn!!! K. ALLES GUTE, mein Freund! Kämpfen…das haben wir uns gegenseitig versprochen! Tsjaakaaa!

Habt einen gesunden Tag!

S.

Tag 1…

…nach der OP. Leider lief es nicht 100% nach unseren Vorstellungen. Derzeit ist das rechte Bein „ausser Betrieb“ und macht deswegen nicht was ich möchte.  Jasmin, das Beste Stück hier auf Station und meine Physiolady, macht mir echt Mut! Sie schaffte es heute mich in einen Rollstuhl zu packen um mir die Station zu zeigen. Tatsächlich sah ich ja 5 Tage nur die eigene Zimmerdecke und diese Uhr, welche um 13:07 Uhr stehenblieb und es niemanden kümmert. Gestern wurde ich in ein anderes Zimmer verlegt…zu einem älteren Herren…eigentlich ganz nett…ihm wurde ein Unterschenkel abgenommem. Ob er ihn noch spürt?! Jedenfalls lag er die ganze Nacht wach…vermutlich vor Schmerzen und Depressionen. Und ich dachte mir geht es nicht gut. Ich werde irgendwann wieder laufen können…auf meinen Beinen…er nicht.
Eigentlich geht es mir gut! Meine Wunden werden heilen und ich werde mich zurück ins Leben kämpfen!  Achtet ein wenig mehr auf eure Mitmenschen…nicht jedem geht es gut, auch wenn man es nicht sofort sieht!

Habt einen gesunden Tag!

S.

Guten Morgen…

…aus dem Krankenhaus. Zwischeinzeitlich wissen wir hier ja mehr…glaube ich! Warum man mit einem Beckenbruch 6 Tage auf eine OP warten muss, diese Frage versuche Ich noch zu klären. Tut ja auch keineswegs weh! *ironieoff* Ja, da lieg ich nun…mit der Uhr im Zimmer, welche auf 13:07 Uhr steht…mindestens seit meiner Ankunft! Den gelben Vorgängen, welche aus meiner Perspektive 58 bunte Kästchen aufweisen, der kleine Baum vor meinem Fenster…wobei klein wohl relativ ist…ich lieg hier ja im zweiten Stock…und meimem russischen Zimmernachbarn…Vitali Sodostarbinskylevsiwitch…oder so ähnlich. Ich nenne ihn Paul! Paul spricht irgendwie kein deutsch…schnarcht aber wie einer! Läuft vermutlich unter dem Begriff „Völkerverständigung“. Gut, ich werde versuchen zu antworten…heute…auf der Bettpfanne.

Habt einen schönen Tag!

S.

Gestern erhielt ich eine wirklich nette E-Mail!

Hier wurde ich gebeten, mehr über mich zu erzählen. Gerne! In solchen Situationen sehe ich den Vorteil in einem Pseudonym! Ich kann einfach offen und ehrlich mit euch schreiben. Allerdings habe ich keine Ahnung wo ich loslegen soll, da es irgendwie so unglaublich viel gibt.

Mein Leben ist schon immer irgendwie seltsam geprägt. Ich erinnere mich an die eine Nacht im Jahre 1991. Damals war ich 9 Jahre, hatte aber schon hier einiges um die Ohren. Eine „normale“ Kindheit war hier sicher nicht im Spiel. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Wir hatten den Tag vorher frei…es war Sonntag…und spielten auf dem Balkon unserer 4 ZKB – Wohnung in einem Ort bei Augsburg. Es war Nacht, es müsste so gegen 3 Uhr gewesen sein, als ich wach wurde. Mein Papa schlief vor dem Fernseher immer ein, welcher bei ihm in Schlafzimmer stand. Meine Mama schlief im Wohnzimmer, nicht weil sie sich nicht mehr liebten, mehr bedingt aus der Situation der Krankheit. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr. Papa schlief…dachte ich…und drehte den Fernseher aus. Früher war es ja kein 24-Stunden-Vollprogramm. Ihr erinnert euch vielleicht noch an den Armeisen-Krieg der ab 22 Uhr zu sehen gewesen ist. Morgens, ich denke es war gegen acht Uhr, lief ich dann wieder zum Schlafzimmer um meinen Papa zu wecken. Hunger hatte ich ja auch, der mir allerdings schnell vergehen sollte. Ich öffnete die Türe und sah Unmengen von Blut. Sofort rief ich meinen Bruder, der 3 Jahre älter war. Wir versuchten das Telefonschloss aus der Wählscheibe zu bekommen und wählten den Notruf der Polizei. Irgendwann ist auch dann diese und ein Rettungswagen gekommen und konnten nur den Tod feststellen. Leberzirrhose! Er war kein Säufer! Ich denke er war krank! Gut, getrunken hat er gerne mal ein Bier, aber ich habe ihn nie betrunken erlebt. Er war ein guter Mensch!

23 Jahre später und es tut genauso weh wie damals…als alles irgendwie begann.

Ein Kommentar…

…und 30 Nachrichten später! Ich habe es getan. 🙂 Ich habe diesen Blog öffentlich zu Schau gestellt und viele nette Kommentare und Bemerkungen erhalten. Hierfür meinen wirklich aufrichtigen Dank! Das bedeutet mir wirklich viel! Gerne könnt ihr mir hier auch Fragen stellen oder Kommentare hinterlassen.